Mit dem Mobilitätsdatengesetz (MDG) wird die Digitalisierung bei Verkehrsunternehmen und im deutschen ÖPNV ab 2026 zur gesetzlichen Pflichtaufgabe. Was oberflächlich wie ein nationales Regelwerk erscheint, ist in Wahrheit der entscheidende Puzzlestein einer EU-weiten Datenstrategie. Basierend auf der europäischen IVS-Richtlinie und dem seit September 2025 geltenden EU Data Act, müssen Verkehrsunternehmen nun europaweit einheitliche Echtzeitdaten – von der exakten Fahrzeugposition bis hin zur aktuellen Auslastung – über zentrale Zugangspunkte wie die Mobilithek bereitstellen. Für die Mobilitäts-Branche bedeutet dies den endgültigen Übergang zu harmonisierten Standards wie SIRI und NeTEx, um Fahrgästen über Grenzen hinweg eine nahtlose, intermodale Reiseplanung in Echtzeit zu ermöglichen und den ÖV als Rückgrat der modernen Mobilitätswende zu stärken.
Daten oft unzureichend, uneinheitlich und schwer zugänglich
Was bisher für die Mobilitätsunternehmen schon eine grosse Aufgabe bedeutete, wird nun noch anspruchsvoller.
Die praxisnahe Herausforderung für Verkehrsunternehmen liegt nicht allein in der bloßen Datenlieferung, sondern in der massiven technischen und organisatorischen Aufrüstung der gesamten Betriebskette unter Zeitdruck.
Konkret stellen folgende Punkte auszugsweise grosse Hürden dar:
Nachrüstung bestehender Fahrzeugflotten: Viele Bestandsfahrzeuge verfügen nicht über die nötige Sensorik oder Bordrechner, um Echtzeit-Auslastungsdaten, Wagenausstattung, aktuellen Standort etc. zu erfassen und nach dem SIRI-Standard zu senden. Eine flächendeckende Nachrüstung bis 2026 ist kosten- und zeitintensiv.
Datendurchgängigkeit und Heterogenität: Verkehrsunternehmen nutzen oft eine Vielzahl von Subsystemen verschiedener Hersteller. Die Herausforderung besteht darin, diese Datenströme (z. B. GPS-Position, Verspätungsstatus, Auslastung) fehlerfrei zu bündeln und ohne Informationsverlust in das komplexe NeTEx/SIRI-Format zu übersetzen.
Gewährleistung der Datenqualität: Das MDG sieht eine Überwachung der Datenqualität durch das BALM vor. Unternehmen müssen Prozesse implementieren, die sicherstellen, dass die Daten nicht nur geliefert werden, sondern auch präzise sind (z. B. Vermeidung von "Geisterbussen" in der App bei Systemfehlern). Die Einführung solcher Qualitätssicherungssysteme verursacht hohe einmalige und laufende Kosten.
Kosten ohne direkte Gegenfinanzierung: Die Aufbereitung und Bereitstellung der Daten muss gemäß MDG oft kostenlos oder zu geringen Entgelten erfolgen. Für viele (insbesondere mittelständische) Unternehmen bedeutet dies oft hohe Investitionen.
Rechtliche Unsicherheiten: Trotz der Bündelung im MDG müssen Unternehmen komplexe Überschneidungen mit dem EU Data Act und Datenschutzvorgaben (DSGVO) bei der Verarbeitung von Bewegungs- und Auslastungsdaten klären.
Ab dem Jahr 2026 treten nun auch für deutsche Verkehrsunternehmen, abhängig von der Unternehmensgrösse bzw. Zusammenarbeit mit grösseren Partnern, im Rahmen des Mobilitätsdatengesetzes (MDG) und der EU-weiten IVS-Regelungen verschärfte Fristen für die Bereitstellung von Daten in Kraft. Die Verkehrsunternehmen müssen dann u.a. Daten zu ihren Verkehrsmitteln meist verpflichtend über die Mobilithek (Nationaler Zugangspunkt) bereitstellen:
Statische Daten (Bereits seit Ende 2024 Pflicht)
Unternehmen müssen dauerhafte Basisinformationen pflegen, dazu gehören:
Dynamische Daten (Frist: 1. Dezember 2026)
Ab dem 1. Dezember 2026 müssen alle Verkehrsunternehmen im liniengebundenen Verkehr und im Bedarfsverkehr (On-Demand) Echtzeitdaten liefern:
Auslastungsdaten (Neu ab 2026)
Eine wesentliche Neuerung durch das MDG ist die Pflicht zur Übermittlung der aktuellen Auslastung. Die nahezu Echtzeit-Belegung dient als Informationen darüber, wie voll ein Fahrzeug aktuell ist (z. B. kategorisiert in "frei", "besetzt", "voll").
Zielsetzung: Diese Daten sollen Fahrgästen helfen, weniger ausgelastete Verbindungen zu wählen und die Effizienz des Gesamtsystems zu steigern.
Zusammefassend heisst dies für die Echtzeit- & Auslastungsdaten:
Die verpflichtende Bereitstellung für alle Akteure muss unter derzeitigen Vorgaben bis spätestens Ende 2026 umgesetzt sein.
WavePointer liefert Plug & Play Lösungen zur Erhebung und standardisierten Übermittlung von Mobilitätsdaten - auch zur einfachen Nachrüstung
Der Schweizer Spezialist für Transport-Infrastruktur und Mobilitäts-Datenerhebung, WavePointer, stellt mit seiner Branchenlösung „eCloud“ absehbar eine wesentliche Erfolgskomponente zur Umsetzung der Gesetzesvorgaben bereit.
WavePointer bietet beispielsweise Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs (ÖV), Mietwagenanbietern, Taxiunternehmungen etc. eine Lösung zur automatischen Erfassung von jeweiligen Mobilitätsdaten an. Diese Lösung kann Plug & Play in Verkehrsmittel wie z.B. Trams, Eisen- & Regionalbahnen, S- & U-Bahnen, Busse, Schiffe, Bergbahnen, Taxis, Mietwagen installiert sowie binnen weniger Minuten aktiviert werden. Es ist keine aufwändige Verkabelung notwendig und die Stromversorgung der Geräte erfolgt über Jahre hin autark. Die Mobilitätsdaten werden über gängige Verfahren an eine spezialisierte und gesicherte „eCloud“ gesendet. Dort können die Daten dann vom Eigentümer eingesehen sowie automatisch strukturiert, normalisiert an einen "National Access Point" (NAP) übertragen werden. Die Übertragung erfolgt in den dafür zwingend notwendigen Datenformaten.
Eine weitere Besonderheit ist, dass durch ein ausgeklügeltes Verfahren sichergestellt werden kann, dass die gesendeten Mobilitätsdaten auch exakt von dem Verkehrsmittel stammen, für welches die Daten erhoben wurden. Somit ist die Authentizität der Herkunftsdaten sichergestellt.
Die Lösungsbasis ist zertifiziert und bereits bei ganzen Nationen erfolgreich im Einsatz
WavePointer legt grossen Wert auf Datensicherheit und kann auf jahrelange Erfahrung bei der Lieferung kritischer Infrastruktur zurückblicken. Die zertifizierte Lösungsbasis von WavePointer ist, neben dem Einsatz in in Hochgeschwindigkeitszügen oder U-Bahnen, bereits sogar bei ganzen Nationen wie der Schweiz oder in Liechtenstein landesweit in allen Verkehrsmitteln als verpflichtender Branchen-Standard im Einsatz. Dort werden, organisiert durch die Alliance SwissPass, über innovative Erfassungsmethoden für Mobilitätsdaten jährlich bereits knapp 6 Mia. Schweizer Franken Ticketeinnahmen und staatliche Finanzierungen an ca. 300 Transportunternehmen des Direkten Nationalen Verkehr verteilt.
Zusätzlich werden die WavePointer Systeme bereits international zur Datenerfassung und Umsetzung von neuartigen Ticket- und Tarifsystemen im öffentlichen Verkehr (CiBO/BiBo, MaaS, Ticket Post Pricing, Automatic Ticketing, Smart FIS etc.) eingesetzt.
Die WavePointer-Lösung zur Unterstützung des deutsches Mobilitätsdatengesetzes trägt den Namen „eCloud IVS“ und befindet sich in finaler Abstimmung. Die offizielle Produkteinführung wird bis Q2.2026 erwartet. Interessierte Transportunternehmen können bei WavePointer die Teilnahme an einem „EarlyMoverProgram“ anfragen.
BMV
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) trägt aus seiner Zuständigkeit für Verkehrsinfrastrukturen, Verkehrsplanung, Verkehrssicherheit und digitale Infrastrukturen die Verantwortung für Aufgaben der zivilen Notfallvorsorge, der präventiven Gefahrenabwehr sowie der Krisenprävention und Krisenbewältigung für die verschiedenen Verkehrsträger - Straße, Seeschifffahrt und Binnenschifffahrt, Luftfahrt, Schienenverkehr. In diesem Geschäftsbereich hat das BMDV dem Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) die Aufgaben der Koordinierenden Stelle nach dem Verkehrssicherstellungs- und Verkehrsleistungsgesetz übertragen und es beauftragt, geeignete Krisenmanagementstrukturen aufzubauen.
Über WavePointer
WavePointer ist ein innovatives High-Tech-Unternehmen mit Hauptsitz am Zugersee in der Schweiz. Das Team des Unternehmens konzentriert sich auf Design- und Produktionsdienstleistungen in den Bereichen integrierte Schaltungen, elektronische Systeme, Firmware, Software und die Entwicklung eigener Marken im Anwendungsgebiet des Internet der Dinge (IoT). Zu den Kunden gehören internationale Konzerne und KMUs in vielen Branchen.
WavePointer entwickelt und produziert eigene, zertifizierte Produktlinien und ermöglicht auch die technische Umsetzung von Kundenvisionen. Erfahrene Ingenieure mit Auszeichnungen in den Bereichen Elektronik, Software und Produkt-Engineering ermöglichen ein Höchstmass an Leistung.